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Ein paar Erfahrungen der sieben Tage in Paris - soweit wir von der Stadt einen ersten Eindruck bekamen

Sprache:


Das alte Klischee, dass die Franzosen nur Französisch sprechen, wurde widerlegt.

Jeder, der von uns angesprochen wurde, antwortete bereitwillig so gut er konnte: ENGLISCH. Ja wirklich. Es geht.

Also keine Angst, wenn ihr keine oder sehr wenige Französisch Kenntnisse habt.

 


Taschendiebe und anderes Gesindel:


Da hatte ich im Vorfeld die größten Bedenken, meine Familie kann ein Lied davon singen. Ich habe mir sogar für meine Kamera schnittsichere Taschen und für die ganze Familie schnittsichere Brustbeutel besorgt.

 

Aber Paris ist nicht gefährlicher als andere europäische Städte gleicher Größenordnung - denke ich zumindest.

 

Wenn du (in der Metro) immer schön auf dein Zeug aufpasst und nicht aus den Augen lässt, dann hast du es auch noch am Ende der Reise.

 

Lass dich auch auf kein Gequatsche mit irgendwelchen jungen Mädels ein, die von dir eine Unterschrift auf einem Fragebogen möchten. Während du unterschreibst, kann es vorkommen, dass man dich beklaut.

 

Eiffelturmticket:


Zwei Monate vor unserer Reise war online leider schon keine Buchung für eine Fahrt während des Tages mehr möglich.

Es blieb nur noch die Zeit um 22.30 Uhr.

Also frühzeitig buchen oder vor Ort in die Schlange stellen.

Oder: Laufen. Ja, das geht auch.

 

Einkaufen:


Wir sind jetzt nicht die Freaks, die auf den großen Prachtboulevards die neuesten Fummel von Gucci erstehen müssen. Aber ESSEN und TRINKEN muss du ja was. Auch in Paris kannst du nicht nur von der Liebe leben.

Günstig sind (wie oben schon erwähnt) die vielen Bäckereien.

Ein leckeres Baguette, dazu Schinken und ein paar Süßigkeiten oder Törtchen und der Abend ist gerettet.

Du kannst dir die Sache natürlich auch mit aufs Zimmer nehmen, dort verspeisen und dich dann gestärkt auf die weitere Tour durch Paris machen.

Souveniers haben den Preis wie überall auf der Welt.

Im Verhältnis steht das nie wirklich, aber was bleibt dir anderes übrig.

 

Frühstück:


Wir haben festgestellt, dass der Franzose scheinbar nicht so viel Wert auf ein Frühstück legt und dafür lieber mittags mal ein bisschen mehr zu sich nimmt. Da ist die Mittagspause schon mal etwas länger als bei uns. Trotzdem konnten wir uns im Hotel nicht über das Frühstücksbuffet beschweren.

Ich denke, das wird für den Normalbürger in den meisten Pariser Hotels ausreichend sein.

 

Schlange stehen:


Plane für einige Highlights und Sehenswürdigkeiten ein paar Stunden Anstehen mit ein.

Erwähnt sei da der Zugang zu den Türmen von Notre Dame (wir standen zwei Stunden) und zu den Katakomben (geschätzte drei Stunden Wartezeit)

Überrascht war ich beim Louvre. Die überall vorausgesagten endlosen Wartezeiten kann ich nicht bestätigen. Etwa 40 Minuten anstehen und der Drops war gelutscht. Allerdings an einem Mittwoch und

"Anstellbeginn" war 12 Uhr Mittags.

 

Den Eiffelturm haben wir wie gesagt am Tag nicht "bezwungen". Die Wartereihen unterhalb des Turms lassen aber Schlimmes befürchten. Besser also irgendwie vorher online buchen und beim "Onlineeingang" etwa 10 Minuten vor der Zeit erscheinen. Hilft viel und spart Nerven.

 

Toiletten:


In unserer Familie ein gern genommenes Thema;)

Öffentliche Toiletten werden zwar versprochen (das sind diese runden Dinger, die sich selbst reinigen sollen).


Vielleicht war es auch nur Zufall. Aber immer, wenn wir so ein Ding gebraucht hätten, war es entweder verschlossen oder defekt. So bleibt dir eigentlich keine andere Wahl, als ein Fastfoodrestaurants deines Vertrauens aufzusuchen oder ein "normales" Restaurant.


Dann kann dir das Pinkeln aber schon mal 20,- € kosten, wenn du vier Getränke mit einkalkulierst. 

Ich kann mich nicht erinnern, dass es irgendwo in dieser Stadt mal gratis eine Möglichkeit gab, sich zu entleeren.


Außer am Eiffelturm (beim Trocadero unterhalb der Treppen beim Palais Chaillot)

Ach ja, und bei Notre Dame. Da mussten wir  auch nichts bezahlen.

 

Ampeln:


Kann ja jeder machen, wie er will. Aber wir sind, genauso wie in Deutschland bei auf rot geschalteten Fußgängerampeln stehen geblieben.

Den Parisern scheint das ziemlich egal zu sein.

Den Touristen erkannten wir zuletzt daran, dass alle bei rot gelaufen sind, nur die Touris nicht.


Es regt sich aber auch kein Autofahrer drüber auf

Ich würde trotzdem raten: Bei rot musst du stehen, bei grün kannst du gehen. Da aber auch die Autofahrer die Farbe ROT bei Ampeln scheinbar oft nicht erkennen, grundsätzlich Augen auf beim Überqueren eines Fußgängerüberwegs.



 

Na ja, gibt es vielleicht bei uns auch:


Als wir am Place de la Bastille (also dem Platz, an dem früher der berühmt berüchtigte Kerker stand und der Ort, an dem die französische Revolution ausgebrochen ist) die Blase drückte, blieb uns ja nichts anders übrig, als in eines der am nächsten gelegenen Restaurants zu flüchten.


Als der Kellner dann "nur" eine Bestellung über vier Getränke im Wert von 25,- € (3 Cola + 1 Bier) entgegennehmen durfte, wurde er, vorsichtig ausgedrückt - etwas stinkig. Also einfach drüber weg sehen, wenn im Restaurant jemand meint, dir ungewollt auch noch ein Königsdinnner aufbrummen zu müssen.

 

Die Pariser Metro - angeblich nicht die schnellste der U-Bahnen dieser Welt, aber doch vom Streckennetz eine der besten, die ich kenne. London ist ähnlich überschaubar.


Es gibt übrigens verschiedene Typen von Wagen.

Die einen fahren relativ ruhig und andere wiederum sind ein bisschen geräuschvoller. Das soll daran liegen, dass die ruhigeren mit Gummireifen und die anderen noch mit den normalen Eisenrädern betrieben werden. In puncto Sicherheit hatten wir nie das Gefühl, dass da was passieren könnte. Auch, wenn die Wagen zum Teil führerlos durch die Unterwelt von Paris fahren.


Nur ein Mal standen wir auf der Linie 4 (führt zum Trocadero bzw. zum Eiffelturm) für etwa 3 Minuten tatsächlich im Dunkeln. Das Licht in den Wagen ging aus und vom Motor war auch nichts mehr zu hören.

Das lag aber daran, dass es zu dieser Zeit eine Baustelle in Richtung Montparnasse gab und die Metro einfach ein paar Minuten warten musste. Also keine Panik.

 

Essen und Trinken:



Naja, wir waren mit vier Personen in Paris.

Dort zu leben muss schon sehr teuer sein, es sei denn man weiß, wo man hin muss. Das kriegst du aber in sieben Tagen nicht mit und so bleibt dir eigentlich nur die Bäckerei an der Ecke, der Supermarkt oder der Kiosk, um einigermaßen günstig durch den Tag zu kommen.

 

Es gibt aber genügend Webseiten, deren Betreiber sich in Paris auskennen. Stöbert einfach mal und ihr werdet sicher auch Tipps für günstige Restaurants finden.

 

Wir waren am ersten Tag gleich in einem chinesischen Imbiss.

Knapp 60,- Euronen für Chinese-Fastfood, naja.

Aber gut war es, muss man sagen.

 


Metro:



Sind wir viel gefahren. Gefühlte 60 Fahrten.

Und die waren es glaube ich auch. Der Metroplan ist kinderleicht zu erlernen und zu kapieren. Du musst dich nur immer an der Endstation der Linie orientieren mit der du fahren möchtest.


Wenn du zum Beispiel mit der Linie 1 vom Louvre in Richtung Triumphbogen fahren willst, dann steige dort ein, wo als Endstation La Defense genannt wird. Es gibt überall in der Metro kostenlose Pläne. Ich hatte anfangs auch Bedenken. Auch in den Metrozügen hängen an jeder Tür Richtungs- und Stationspläne.


 


Taxi:


Sind wir nicht gefahren. Nicht ein Mal!

Es heißt ja, dass die Pariser Taxis vier Leute gar nicht mitnehmen. Ich habe das mal so am Rande verfolgt. Ich habe tatsächlich nie mehr als drei Leute im Taxi sitzen sehen.