26.12.2004

Der 26.12.2004 wird wohl für immer der schrecklichste Tag in Thailands Geschichte bleiben. Zu vergleichen eigentlich nur mit dem amerikanischen 11. September. Nur waren die Ereignisse rund um das World Trade Center von langer Hand geplant und von ein paar Verrückten Extremen ausgeführt. In Thailand, Indonesien  und anderen Ländern handelte es sich um eine Naturkatastrophe größten Ausmaßes, die zum damaligen Zeitpunkt in dieser Form niemand voraussehen konnte.

 

Das Seebeben im Indischen Ozean, das Weihnachten 2004 die Küsten Thailands erschütterte, forderte mehr als zweihundertausend Tote (Schätzungen zufolge etwa 5000 in Thailand) und das daraus resultierende Leid ist noch heute unvorstellbar. Kinder wurden zu Waisen, Eltern verloren ihre Kinder, Millionen in den Küstengebieten (nicht nur in Thailand) wurden obdachlos und für viele Touristen war es der letzte Urlaub ihres Lebens. Wie gesagt: Unvorstellbar.

 

Es gibt seit einigen Jahren Frühwarnsysteme, die eine Wiederholung dieser schrecklichen Ereignisse verhindern sollen. Im Gedenken an die Opfer wurde in Khao Lakk auf Phuket ein Museum errichtet. Selbst habe ich das noch nicht gesehen, aber vielleicht bei einem der nächsten Thailandaufenthalte.

 

Weihnachten 2004 waren auch wir in Thailand. Allerdings weit weg vom Geschehen im Heimatdorf meiner Frau.

Als wir morgens den Fernseher einschalteten trauten wir unseren Augen nicht. Es hätte auch nicht viel gefehlt und wir wären zu dieser Zeit selbst auf Phuket gewesen.

 

Wir machten einen Weihnachtsaufenthalt auf Thailands größter Insel nämlich vom Gesundheitszustand meiner Schwiegermutter abhängig. Es ging ihr damals leider nicht so gut und wir entschlossen uns, Weihnachten bei ihr im Dorf zu verbringen und die Einladung einer Freundin meiner Frau nach Phuket aus diesem Grund nicht anzunehmen. Ein Wink des Schicksals?

 

Als wir an unserem letzten Reisetag noch Aufenthalt in Bangkok hatten, war das Umfeld dort geradezu gespenstisch. In der ganzen Stadt brannten Kerzen und Lichter für die Opfer des Tsunami.

 

Wollen wir hoffen, dass sich eine solche Naturkatastrophe in diesem Ausmaß nirgendwo auf der Welt mehr ereignet.

 

Norbert Schlenk, im Juni 2014